UNESCO Immaterielles Kulturerbe

Die Wiener Wurstelpraterkultur.

Eintrag im Nationalen Verzeichnis Österreich.

Die Wiener Wurstelpraterkultur wurde am 17.10.2026 von der österreichischen UNESCO Kommission in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Seit 260 Jahren erhalten die Familienbetriebe die Tradition, die Kultur und die einzigartige Atmosphäre dieses besonderen Ortes am Leben und geben ihre Erfahrungen von Generation zu Generation weiter. Seit der Gründung des Wiener Praterverband im Jahr 1909 setzen wir uns dafür ein, dass dieses Wissen erhalten bleibt. Die Würdigung durch die UNESCO macht uns alle im Wiener Prater – unserem Wurstelprater - unglaublich stolz.

 

Was ist die Wiener Wurstelpraterkultur?

Bei der Aufnahme ins Verzeichnis der Immateriellen Kulturgüter geht es ausdrücklich nicht um den Wurstelprater als Ort oder um seine Gebäude und Attraktionen, sondern um das Wissen rund um die „Kultur des Vergnügens“. Die Wiener Wurstelpraterkultur wird seit 1766 gepflegt und innerhalb der Praterfamilien von Generation zu Generation weitergegeben. Dazu zählen etwa spezielle Kenntnisse über die Bedürfnisse der Gäste, aber auch das ungewöhnliche Leben als Praterunternehmer*in mit langen Arbeitszeiten, wenig Urlaub und großer Verantwortung. Die gesellschaftliche Bedeutung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Denn der Wurstelprater ist ein Ort der Begegnung von Menschen ohne Unterschied von Alter, sozialen, räumlichen und kulturellen Herkünften und Weltanschauungen. Dabei nehmen die Praterunternehmer*innen eine wichtige Vermittler-Rolle ein. Gerade das Zusammenspiel der Besuchenden und der Betreibenden macht die besondere Atmosphäre aus, und das seit 1766. Kein zweiter Ort in Wien hat sich seitdem so intensiv in das kulturelle Gedächtnis eingeschrieben. Sei es in der Musik, in der Literatur, im Film oder in der Malerei.

 

Der Wurstelprater war immer ein Ort für alle. Menschen unterschiedlichster Generationen und Herkunft kommen hier zusammen, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Diese Offenheit gehört genauso zur Wiener Wurstelpraterkultur, wie die Familiengeschichten der Praterfamilien und ihr Wissen über das Schaustellerwesen. Viele Familienbetriebe arbeiten nicht nur seit Generationen im Wurstelprater, sondern leben auch hier. Kinder wachsen hier auf, lernen von ihren Eltern und Großeltern und entwickeln dieses Wissen weiter. Am Puls der Zeit bleibend, müssen sich die Praterunternehmer*innen immer wieder neu erfinden. Es gilt die moderne Technologie zu integrieren, dabei aber nicht auf den historische Charme zu verzichten. Genau diese Verbindung aus Tradition und ständiger Weiterentwicklung prägt die Wiener Wurstelpraterkultur.

 

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